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„Ich bin der Geist deines Vaters“ hören wir alle – wie einst Hamlet – die Ahnen rufen. Ihre Aufträge, ihr Erbe, ihre unerfüllten Wünsche und Traumata lasten schwer. Das Patriarchat und seine tradierten Regeln bestimmen das Zusammenleben, das Lieben, sogar wie wir Konflikte austragen. Aktuelle Überschriften könnten deshalb lauten: „Nie wieder Krieg?!“ oder „Zerbricht am Klimawandel der Generationenvertrag?“
Auch unsere Gene, weitergegeben über Generationen, prädeterminieren wer und wie wir sind. Mit ihnen übernehmen wir Stärken und Physiognomie, aber auch Krankheiten und Gebrechen. Epigenetik nennt sich die Weitergabe von Entbehrungen und Erfahrungen der Vorgängergenerationen via Genom. Wir sind, wer sie waren.
Und doch, es gelten die Gesetze von Ausbeutung und Selbstoptimierung: Regelmäßiges Training und gesunder Lebensstil sollen uns aus den Fängen der Vorfahren-Dämonen entfliehen lassen. Schwitzen und Strampeln, um generationale Altlasten womöglich mühevoll abzuschütteln?
Im Rahmen der Reihe „Epigenetic Exorcises“ von und mit studio GÜLLER wird in „This is the story of“ der männliche Umgang mit Krankheit und Tod thematisiert. Warum gehen Männer seltener und später zur Ärztin? Warum denken sie, dass sie unsterblich sind und sterben dann doch früher? Anhand biografischer Ereignisse zeichnet Frank E. Geier diese Entwicklungen nach.
Konzept und Performance: Frank E. Geier
Dramaturgie: Dominik Müller





