Nationale Narbe

Fotografische Collage

Russlanddeutsche tragen vielfältige Nationale Narben. Spätestens 1941, mit Beginn des Russlandfeldzugs, wurden sie – die „Faschisten“ – Aussätzige in dem Land, das seit Generationen ihre Heimat war. Jenes Land, in das ihre Vorfahren erst ab 1763 auf ausdrückliche Einladung von Katharina der Großen eingewandert waren. Wenige Generationen später leben viele von ihnen in ihrem „Heimatland“ Deutschland, wo sie wiederum als „Russen“ verschrien sind – eine erneute Erfahrung von Diaspora. Unter Bezugnahme auf die eigene Familien- und Sprachgeschichte am Beispiel der „Tomate“ legt die fotografische Collage humorvoll die Narben frei und beginnt einen gedanklichen Heilungsprozess.

Ausgestellt im Rahmen von „photo Graz 018“