Theaterperformance
Psychiatrische Diagnosen werden in den gängigen Klassifikationskatalogen zunehmend spezifischer und geben rigide sowie stigmatisierende Sichtweisen vor. Nicht normatives Verhalten, Denken und Fühlen wird anhand dieser Vorstellungen pathologisiert. „Psychische Störungen“ werden als Problem des Individuums verhandelt und auf die Institution Psychiatrie verschoben, wobei gesellschaftliche Normen und Ursachen von Leiden herausgedacht werden.
Die Psychiatrie spielte schon immer eine wesentliche Rolle in der Konstruktion von Krankheit und auch Geschlecht. Man denke an die (damals) noch anerkannten Störungen der Hysterie, Homosexualität und Transidentität. Psychiatrie entwickelte sich als Dienstleisterin von Kapitalismus und Patriarchat, weshalb sich die feministische Psychiatriekritik ab den 1970ern als Reaktion auf diese steigende Psychopathologisierung und Zwangsmaßnahmen formierte.
Kann es innerhalb der Gesellschaft und des psychiatrischen Systems überhaupt „echte Emanzipation“ geben oder wird die Grenze zwischen „den Gesunden“ und „den Kranken“ immer immanent bleiben? Wie sehen unsere Vorstellungen von psychischer Normalität und einem normalen Leben aus?
Fxx.x (Radikale Akzeptanz) ist eine Aushandlung von anhaltenden patriarchalen Machtstrukturen und der Infragestellung der Psychopathologisierung menschlichen Denkens, Handelns und Fühlens.
Konzept + Regie: Frank E. Geier
Performance: Gina Hahner, Sophie Halcour, Ola, Kathrin Lämmermann, Anne Lisewski, Saliha Shagasi
Licht: Jan Wiesler
studiobühneköln, 2018









