Collective ritual for prolonged sleep latency:

Experimental approach and reasonable fear reactions

Performance + Audio

Was wir ganz genau wissen: Gefahr lauert immer dann, wenn unsere Gedanken abends vor dem Schlafengehen nicht auf weißen Wolken in Schäfchenform an uns vorbeiziehen. 

Denn dann bleiben sie am Unwichtigen kleben, an der Unsicherheit des kommenden Tages, an Gesprächs- und Gefühlsfetzen. Und deshalb wird unser menschlicher Organismus seine Funktionen nicht herunterfahren können.

Das Monster, das davon erwacht, liebt den Zweifel und ergötzt sich an quälenden Gedankenspiralen. In der Nacht läuft es auf leisen Sohlen über die knarrendsten Dielenböden und saugt uns den Schlafsand aus den Augen. Die Einschlaflatenz, die Zeit des Übergangs vom Wach- in den Schlafzustand, verlängert sich dadurch ins Unermessliche.

Frank E. Geier lädt zum kollektiven Ritual ein, in dem wir dieses Monster unter unseren Betten hervorzerren, um gemeinsam in seine hässliche Fratze zu blicken. Triefend von Selbsthass und profanen Gedanken über den nächsten Morgen entdecken wir da womöglich ein tiefes Loch und singen uns leise Gute-Nacht-Geschichten vor.

Im Rahmen der Reihe „LATENT SPACE. LATENZRÄUME DER KUNST“ der Filmwerkstatt Düsseldorf, Salon des Amateurs, 2025.

Konzept und Produktion: Frank E. Geier

Performance: Verena Barié, Leili Zaman, Dan Moufang, Emil T. Felhofer, Frank E. Geier